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Strahlentherapie

 

Die Strahlentherapie hat sich technisch sehr weit entwickelt und kann heute bereits recht genau platziert und dosiert werden. Dennoch sind Nebenwirkungen des mitbestrahlten Blasenbodens und des nahegelegenen Enddarms nicht zu vermeiden.

Je genauer die Strahlendosis platziert und ggf. moduliert werden kann, desto besser.

Auch die Strahlentherapie ist eine lokal begrenzt wirksame Therapie, welche Mikrometastasen nicht behandelt.

es gibt die

- externe Strahlentherapie (IMRT, die bildgestützte IGRT, VMAT, Tomotherapie)

(z.B. Tomotherapie in Böblingen, VMAT im Vincentius-Klinikum in Karlsruhe)

und die Protonentherapie (im Heidelberger IonenTherapiezentrum HIT und im Rinecker Protonen Therapie Centrum RPTC.de - Vertrag mit der AOK Bayern u.a.)

 und die

- interne Strahlentherapie (Brachytherapie), bei der kleine, radioaktive Strahler vom Damm

  aus dauerhaft in die Prostata eingepflanzt werden.

   Die Brachytherapie ist jedoch noch keine allgemeine Kassenleistung. Hier sind abhängig von der Krankenkasse sog. IV's (= Individuelle Verträge der Klinik mit der Krankekasse) Voraussetzung für die Kostenübernahme. Sonst muss privat bezahlt werden....

und die

- kombinierte Bestrahlung mit HDR-Brachy + externe bestrahlung

Hierbei wird - insbesondere bei ausgeprägten fokalen Herden innerhalb der Prostata eine Hochdosis-Brachy-Therapie (= High-Dose-Radiotherapy = HDR) kombiniert mit einer geringer dosierten externen Strahlentherapie.
Dies hat den Vorteil, dass in den Krebsherden in der Prostata eine hohe Strahlendosis platziert wird, während die Ränder nur mit einer geringeren Dosis bestrahlt werden. Dadurch werden Enddarm und Blasenboden ebenfalls geschont!

und die

- medikamentöse Bestrahlung von Knochenmetasen mittels Xofigo (Alpharadin, zugelassen bei kastrationsunabhängigem Prostatakrebs mit symptomatischen Knochen-metastasen, sofern keine viszerale Metastasen (in Leber, Lunge u.dgl.)
Kleinere Lymphknotenmetastasen sind kein Hindernis, dort wirkt die Strahlung jedoch ebensowenig wie in der Prostata bzw. in den viszeralen Metastasen.

Eine Kombinationstherapie Xofigo plus Zytiga (Abiraterone) bzw. Xtandi (Enzalutamid) führt in ersten Studien zu längeren Überlebenszeiten als jede Therapie einzeln.

 

Externe Bestrahlung plus adjuvante Hormonblockade

:Inzwischen wurde in Studien bei einer Strahlentherapie ein Vorteil für eine adjuvante Hormonblockade festgestellt. (z.B. längere rezidivfreie Zeit).
Auch in diesem Fall ist nach unseren Erfahrungen und Informationen die zeitlich befristete Dreifache Hormonblockade (meist nur 13 Monate) besser als eine nur einfache HB mit einem Medikament, da bei der Dreifach-HB auch das restliche Testosteron geblockt wird!

(siehe Untermenü => Hormonblockade) oder den Link:

http://www.prostatakrebs-selbsthilfe-pforzheim.de/therapie/hormonblockade/

 

Bei dieser Vielzahl von Möglichkeiten ist es sicher hilfreich, wenn Sie sich die Informationen und Erfahrungen (wann, wo, welche Strahlentherapie) bei uns in der Selbsthilfegruppe anhören.

 

SpaceOAR

Da der Enddarm sehr dicht an der Prostata anliegt, ist bei der externen Strahlentherapie eine unbeabsichtigte Mitbestrahlung des Endarms nicht auszuschließen, sogar sehr wahrscheinlich.

Dies führt zu Strahlenschäden und Entzündungen zumindest in der an der Prostata anliegenden Enddarmwand mit diversen Problemen. (Blutungen, Stuhlprobleme, u.a.m.)

Inzwischen gibt es jedoch einen sog. Abstandshalter, ein Gelkissen, welches vom Damm her zwischen Prostata und Enddarm eingespritzt wird, wodurch der Abstand sich auf ca. 1 cm vergrößert. Dieses SpaceOAR verringert dadurch die Nebenwirkungen einer Bestrahlung im Enddarm. Inzwischen wird dieses SpaceOAR in etlichen Kliniken eingespritzt.

Es ist jedoch eine Kunst, des SpaceOAR zu platzieren ohne, dass Verletzungen des Darms oder anderer Strukturen erfolgen. Aber man kann es!

Fragen Sie nach dem SpaceOAR !

Kliniken die spaceoar einsetzen.

 

Beachte:

Bei einer Strahlentherapie muss die Blase während der Bestrahlung immer möglichst voll sein!

Wenn Sie bereits inkontinent sein sollten, also z.B. nach einer Prostataentfernung das Wasser nicht halten können, muss die Blase vor der Strahlentherapie gefüllt werden und das Ablaufen mit einer Penisklemme verhindert werden.

Wenn nämlich die Blase komplett leer ist, liegt diese im Ganzen im Strahlenfeld und wird erheblich geschädigt!

 

Beachte:

Nach einer Strahlentherapie - auch nur der Prostataloge - ist die Harnröhre versprödet,

sodass bei einer Implantation eines künstlichen Schließmuskels (z.B. AS800) u.U. die Harnröhre geschädigt wird und der AS800 muss wieder entfernt werden.

(leidvolle Erfahrung eines Betroffenen)