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Chemotherapien

Wenn der Prostatakrebs kastrationsresistent*) geworden ist und insofern eine Hormonblockade nicht mehr genug bringt, ist eine Chemotherapie angesagt.

*) kastrationsresistent = steigende PSA-Werte bei kontrolliertem Testosteron unter 0,3 ng/ml

 

Viele Betroffene haben jedoch gegenüber einer Chemotherapie Angst vor starken Nebenwirkungen. Mir ging es ebenso.

 

Standardtherapie ist Taxotere mit 75 mg/m² Körperoberfläche alle drei Wochen.

Diese Therapie "haut" aber die Männer ganz gewaltig in die Sitze...

Ein bis zwei Wochen dauert die Erholungsphase, in der dritten Woche ist dann schon die nächste Chemo. Ich habe entsprechende Berichte von Betroffenen.

 

Inzwischen gibt es aber erste kleinere Studien mit Hinweisen, dass Taxotere mit einer auf 50 mg/m²  verringerten Dosis - dafür aber alle zwei Wochen - eine vergleichbare Wirkung hat, aber deutlich geringere Nebenwirkungen!

 

Ich (Dieter Voland) habe inzwischen selbst eine Taxotere-Therapie mit der verringerten Dosis alle 2 Wochen über 8 Anwendungen. Mein Krebs war explosionsartig von einem fokalen Herd am Rande der Prostata, kapselüberschreitend, aber keine Knochenmetastasen (PSMA-PET/CT im Dez. 2015) in nur 5 Wochen auf alle Knochen ausgebreitet (PSMA-PET/CT im Okt. 2016) und mein PSA war von ca. 7 ng/ml Ende August bis zum 11. Oktober 2016 auf 339 ng/ml angestiegen! Im PET-CT waren alle Knochen schwarz, also metastasiert! (siehe Bild rechts)

PSMA-PET-CT am 11.Okt.2016 (rechts), am 23.Jan.2017 (links)
2017.01.23 PSMA-PET-CT Gesamtbild.pdf
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Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, ich hatte das Gefühl, das der Krebs mir alle Kraft geraubt hatte, war sehr müde und ich bin abends machmal schon um 20 Uhr ins Bett gegangen.


Seit Beginn der Chemo am 11.10.2017 ging es mir überraschenderweise sogar deutlich besser, ich fühlte bald meine "alten" Kräfte wieder!
Der PSA ist innerhalb von 8 Wochen von 339 auf 1,67 ng/ml gefallen!

Meine Chemo habe ich gut vertragen, die Blutwerte hielten sich weitgehend im Normalbereich.

Die Chemo hat also toll gewirkt! (siehe oben, Bild links: Knochen wieder weiß, aber immer noch ca. 25 einzelne Knochenmetastasen sichtbar.)
Allerdings war vor der 7. Chemo bereits bereits ein leichter PSA-Anstieg festzustellen, ein Hinweis auf beginnende Resistenz! Der PSA-Anstieg beschleunigte sich noch. (siehe unten)

Die Krebszellen sind höllisch aggressiv! So etwas habe ich noch nie gesehen.

Zuletzt hatte ich einen PSA-Anstieg mit einer Verdoppelungszeit von nur 3 Tagen!

Inzwischen bin ich in der zweiten Chemo mit Cabazitaxel 20 mg/m² alle 3 Wochen. (Beginn 15.02.17) Nun bin ich gespannt, wie diese zweite Chemo anschlägt und ob und wann eine Resistenz eintritt.

PSA-Entwicklung 15.2.2017.pdf
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Ja, auch bei Cabazitaxel hat sich in ersten Studien gezeigt, dass die Dosierung 20 mg/m² ebenso wirksam ist wie die Standard-Dosis mit 25mg/m², aber besser verträglich ist.