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Nachsorge

 

Nach einer Prostataentfernung ist eine baldige

Anschlußheilbehandlung (AHB) in einer spezialisierten Reha-Klinik wichtig. Dort gibt es Anleitung zum Kontinenztraining sowie Informationen zum Erektionstraining und hierbei unterstützende Hilfsmittel und Medikamente.

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Kontinenz-Training

Nach einer operativen Entfernung der Prostata ist natürlich die

Wiedererlangung der Kontinenz das Erste und Wichtigste!

Informationen gibt es von der Kontinenz-Gesellschaft

Weitere Informationen finden Sie auch im BPS-Magazin*) 2/2007, Titelthema Inkontinenz

>> https://www.prostatakrebs-bps.de/bps-magazin => Heft 2/2007

Ein Beckenbodentraining bereits vor der Operation ist hilfreich, um schneller die Kontinenz wiederzuerlangen!

*) BPS-Magazin ist das Info-Magazin unseres Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e.V

 

Günstige Voraussetzungen für eine Sofort-Kontinenz ist eine nerverhaltende OP und auch eine Blasenhals-erhaltende Operation, bei der der innere Schließmuskel mit dem Blasenhals stehen bleibt (sofern dies onkologisch vertretbar ist) wie dies von spezialisierten Kliniken (daVinci) gemacht werden kann. (fragen Sie vor der OP auch nach dem Blasenhals-Erhalt!)

 

Bei starker, anhaltender Inkontinenz kann die Implantation eines künstlichen Schließmuskels KS (AMS800) eine Hilfe sein. Der Erfolg ist jedoch nicht immer gegeben und es ist schon vorgekommen, dass ein solcher KS wieder herausoperiert werden musste.

Insbesonders nach einer Bestrahlung der Prostata /-loge ist die Harnröhre verhärtet und kann durch einen KS geschädigt werden.
Hier ein sehr interessanter Bericht über die Risikofaktoren:

Risikofaktoren für ein Therapieversagen nach Implantation eines artifiziellen Harnröhrensphinkters (AMS800®)
AMS800 - Risikofaktoren für ein Therapie[...]
PDF-Dokument [192.9 KB]

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Erektions-Training:

Nach einer nerverhaltenden Prostatektomie ist es wichtig, frühzeitig mit einem

Erektions-Training zu beginnen.

Hierzu wurde das sog. Kieler Konzept entwickelt.

Informationen unter:

"Schwellkörpertraining nach nerverhaltender radikaler Prostataentfernung (Prostatektomie)"

>> https://www.prostatakrebs-bps.de/bps-magazin >> dort Heft 2/2007, Seite 21

 

Wichtig ist, dass man frühzeitig mit dem "Erektionstraining" beginnt und die verschiedenen "Hilfsmittel" ausprobiert.

Wichtig ist auch, zu wissen, dass die Hilfsmittel alleine nicht wirken ohne eine entsprechende Anregung. Insofern ist es gut, mit der Partnerin gemeinsam zu besprechen und ggf. auch mal gemeinsam einen Pornofilm anzusehen, nachdem man z.B. eine Pille "eingeworfen" hat.

Siehe auch folgenden Link:

patienten-profitieren-von-frueher-rehabilitation

 

Beim Erektionstraining hilfreich ist die Anwendung von PDE5-Hemmern (Viagra, Cialis u.a.)

Hierzu nähere Informationen unter:

Impotenz-selbsthilfe.de/therapie/cialis-levitra-viagra.html

Nach eigenen Erfahrungen hält die Wirkung von Cialis viel länger an (etwa 30 Stunden!), sodass durchaus mehrere "Versuche" gemacht werden können. - Viagra dagegen wirkt nur 30 Minuten!

Wichtig ist in jedem Falle eine entspannte Atmosphäre und volle Konzentration auf den Geschlechtsverkehr. Jede Ablenkung im Kopf kann die Erektion schnell wieder "zu Fall" bringen!

 

Nach einer nicht-nerverhaltenden Prostatektomie gibt es auch Möglichkeiten, z.B. mit einer sog. Vakuumpumpe eine Erektion herbeizuführen. Diese Pumpe wird nach Verordnung durch den Urologen sogar von den Krankenkassen bezahlt.

Soweit ich die Erfahrungen anderer vernommen habe, liegt diese Vakuumpumpe oft nach einigen Versuchen in der Ecke.

 

Weitere Möglichkeiten wären die sog.

SKAT-Spritze (=SchwellKörper-Auto-InjektionsTherapie)

Informationen hierzu unter

http://www.impotenz-selbsthilfe.de/therapie/skat.html

Einer meiner Männer berichtete mir einmal: Nach etwa 5 Jahren mit SKAT geht es wieder "fast ohne Spritze"! Diese glücklichen Augen werde ich nicht vergessen!

Das zeigt aber, dass sich die Nerven wieder nachbilden können - aber nur, wenn ein häufiger Anreiz gegeben ist.

Wer nichts tut, kann auch keine Wunder erwarten.....

Weitere gute Informationen unter http://www.impotenz-selbsthilfe.de/

Im Übrigen ist ja ein glückliches Eheleben nicht allein von der Erektionsfähigkeit abhängig!

Ein SHG-Leiter hat einmal bei einem Vortrag zu diesem Thema gesagt:

"Ich bin noch lang nicht impotent, solang ich habe Mund und Händ' "

 

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Schwellkörper-Implantat.

Siehe hierzu unter

http://www.impotenz-selbsthilfe.de/therapie/schwellkoerper-implantat.html

 

PSA-Kontrolle:

Nach einer Prostatektomie sollte der PSA-Wert unmessbar sein - und möglichst viele Jahre auch so bleiben!

6.1 Nach radikaler Prostatektomie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen bestätigter PSA-Wert auf > 0,2 ng/ml ein biochemisches Rezidiv. Siehe S3-Leitlinie:

Leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Kurzversion_3.1.pdf => Kapitel 6.1

Nach einer Strahlentherapie geht der PSA-Wert meistens nur langsam runter und wird den sogenannten PSA-Nadir (=tiefster erreichter Wert) manchmal erst nach ein bis zwei Jahren erreichen.

6.2 Nach alleiniger Strahlentherapie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen bestätigter PSA-Anstieg von > 2 ng/ml über den PSA-Nadir (niedrigster erreichter PSA-Wert) ein biochemisches Rezidiv.

Leider ist der Krebs nach einer Operation / Strahlentherapie oft doch nicht vollständig entfernt, so dass früher oder später der PSA-Wert wieder ansteigt. Dann stellt sich die entscheidende Frage: Wo sind nun die Krebsherde? Lokal in der Prostataloge oder irgendwo im Körper?

Davon abhängig ist jedoch die Wahl der nächsten Therapie!!

Das nachfolgende Dokument will hier eine Hilfe geben:

Bei einem PSA-Anstieg ist die Therapieentscheidung nicht einfach!
PSA-Rezidiv - Dreifache Hormonblockade.p[...]
PDF-Dokument [189.5 KB]

 

Weitere Informationen demnächst